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omnivor, kälteempfindlichPiranhas sind omnivore Fische. Normalerweise überleben sie keine kalten Winter.

„Sie sind die wildesten Fische auf der Welt. Sogar die respekteinflössendsten Fische, die Haie oder die Barrakudas, greifen normalerweise Dinge an, die kleiner sind als sie selbst. Aber die Piranhas greifen regelmäßig Dinge an, die viel grösser sind als sie selbst“. sagte mal jemand berühmtes.

Man findet sie nun hier: Unruhen.org

In einer Zeit in der die Worte anscheinend ihre Bedeutung  verlieren, wo die Sprache der Macht versucht all unsere Debatten zu penetrieren, denken wir, ist es sogar noch unumgänglicher, eine klare Sprache zu sprechen. Lasst uns aufhören, wie die Papageien nachzuplappern, das was die Zeitungen schreiben, das was das Fernsehen uns zeigt, das was die Mächtigen uns weis machen wollen. Die Frage ist nicht zu jedem Preis im Konsens zu sein, noch alle zu konvertieren, sondern es geht darum mit unseren Mündern zu sprechen, sowie mit unseren Worten und aus unseren Schmerzen und mit unseren Hoffnungen.

Der Krieg oder… die Revolution

Der Beginn des NATO-Bombardements gegen die Gadaffi – treuen Kräfte in Libyen hat einen fatalen Schritt markiert. Das was am Anfang ohne jeden Zweifel ein bewaffneter Aufstand eines bedeutenden Teils der Bevölkerung  gegen das herrschende Regime war, verwandelt sich langsam aber sicher in einen militärischen Krieg. Neben den selbst – organisierten Kräften des Widerstandes, die alle möglichen Autoritäten als ‚irregulär’ bezeichnen, scheint der Aufstand in Libyen zu einem Konflikt von entgegen gesetzten Armeen degeneriert zu sein. Und es ist kein Zufall, dass die ’Irregulären’ von dort; der ’offiziellen Opposition’ gegenüber, die die Hierarchien, Ränge und Kommandostrukturen von Gadaffis Armee kopierten, immer sehr misstrauisch waren. Tatsächlich hat die Militarisierung des Konfliktes die Möglichkeit eines radikalen Umsturzes der libyschen Gesellschaft begraben. Neue Uniformen, neue Führer und neue Autoritäten stellen für jene eine Hürde dar, die mit anderen gesellschaftlichen Beziehungen experimentieren wollen, den Beziehungen der Solidarität und der Gegenseitigkeit, der Selbst-Organisierung des Soziallebens zwischen den Menschen selbst, anstelle eines neuen Regimes, neuen staatlichen Strukturen, neuen Führern und neuen Privilegien.

In der heutigen Situation in Libyen geht es darum, die Aufständischen nach allen Möglichkeiten zu unterstützen die gekämpft haben und die in der Zukunft für eine tiefgehende Veränderung der Gesellschaft kämpfen. So wie ein libyscher anarchistische Gefährte gesagt hat, es geht darum die Erpressung der Macht zu verweigern – sei es Gadaffi, die offizielle Opposition oder die NATO, die die Möglichkeit der sozialen Revolution ersticken wollen, indem sie alles in Richtung eines militärischen Krieges bewegen. Lasst uns diejenigen niemals vergessen, die gestorben sind, während sie für die Freiheit gekämpft haben und die nur indem sie ihrer Stärke vertrauten, ein monströses Regime herausgefordert haben und dabei ihre Leben aufs Spiel setzten.

Katastrophe… oder Revolution

Das was in Japan passierte, ist kein natürliches Desaster sondern eine soziale Katastrophe. Das was in den japanischen Kernkraftwerken passiert ist, ist kein unglücklicher Unfall, sondern eine traurige Konsequenz einer Welt voller Industrien, die ihr Gift herauskotzen, von überall verteilten Kernkraftwerken, die eine schwere und tragische Hypothek auf das Leben und die Freiheit auf der Erde aufgenommen haben, einer Wirtschaft die den Planeten und den menschlichen Geist vergiftet, durch den Gehorsam auf der Suche nach mehr Profit für die Reichen und Mächtigen.

In Japan sind gerade ganze Regionen eingekreist und militarisiert. Nach der Konstruktion von Kernkraftwerken, nachdem die Interessen der kapitalistischen Wirtschaft vor alles andere gestellt wurden, präsentiert sich der japanische Staat als der einzige Akteur, der die Situation retten kann, für die Verwaltung des Desasters und der ‚Hilfe für die Menschen’. Indem sie in den zerstörten Gebieten der Insel ein Militärregime installieren, indem sie ein wissenschaftliches Kontrollregime errichten, das die Bewohner rund um die von Strahlung kontaminierten Zonen zu einfachen Nummern macht, zu Radioaktivitätsquoten oder noch schlimmer zu Versuchskaninchen, verstärkt der Staat seinen Einfluss auf die Bevölkerung. Und von der sehr realen nuklearen Bedrohung verängstigt, eilt die Bevölkerung in die Hände ihres Retters…

Aber die Ursache eines Problems kann nicht zur selben Zeit seine Lösung sein; wenn die Ursache weiter existiert, vervielfältigt sich das Problem. Und das Problem sind nicht die natürlichen Desaster, sondern die Welt der Industrien und der Kernkraftwerke, der unbewohnbaren Metropolen und der verwüsteten Landgegenden. Entweder wir lassen es zu, dass die permanente Katastrophe in dieser Welt weitergeführt wird, oder wir verändern den Weg auf radikale Weise indem wir die Wirtschaft entthronen und seinen König, das Geld, indem wir aufhören den Wissenschaftlern und Experten zu glauben um Lösungen für Probleme zu finden, die sie selbst erschaffen haben und dabei neue Wege des Zusammenlebens erfinden. Es gibt entweder die Katastrophe dieser Welt voller Grauen, oder die soziale Revolution.

Die Demokratie oder… die Revolution

Nach dem Siegesgeschrei das von Ägypten und Tunesien kam, Geschrei das unsere Medien in eine Hommage an die westliche Demokratie verwandelte, steht eine neue Ordnung kurz davor sich aufzuzwingen. Ägyptische Truppen schiessen erneut auf die Massen in Revolte, Tunesische Gefängnisse füllen sich mit Aufständischen, die für viel mehr kämpften, als einfach nur für einen Regimewechsel, verschiedenste politische und religiöse Erpresser machten alles, um zu versuchen die Wut zu rekuperieren und kanalisieren in Richtung von widerlichen Nationalismen und unterdrückenden Religionen. Aber trotz der wachsenden Repression gehen die Kämpfe weiter. Während in Ägypten die wilden Streiks gegen die alten und neuen Bosse weitergehen, verbleiben auch noch heute ganze Regionen von Tunesien aus der Reichweite der Klauen des tunesischen Staates, die sich im Angesicht ihrer materiellen Bedürfnisse selbst organisieren, mittels der Umsetzung der Praxis der Gegenseitigkeit und der Solidarität anstelle der kapitalistischen Konkurrenz, dem Zurückkämpfen der Dorfpolizisten, der politischen Chefs und Richter, die als Maßnahmen zum Ausdruck der Erstickung der Freiheit identifizierbar sind.

Alles wird versucht um die Menschen vergessen zu lassen, dass das Potential besteht jenseits der Alternative zwischen Diktatur und Demokratie, dass es möglich ist mit neuen Formen des Zusammenlebens zu experimentieren, die nicht vom Staat geleitet werden, seien sie gewählt oder direkt aufgezwungen. Dass andere Möglichkeiten zur Wahl stehen, als sich einer grimmigen Unterdrückung zu unterwerfen, wie in einem Grossteil der Welt Realität und einen sozialen Frieden zwischen Ausgebeuteten und Ausbeutern zu respektieren und sich mit Brotkrumen zufrieden zu stellen, wie das hier oft so passiert.

Alles wird versucht um zu vergessen zu machen, was die Mächtigen von überall, demokratisch oder diktatorisch, bösartig oder nett, grimmig oder menschlich, am meisten fürchten: eine soziale Revolution die den Ursachen der Ausbeutung und der Unterdrückung ein Ende bereitet.

Das Gefängnis oder… die Revolution

Für jene die sich entschlossen haben, sich auf den Weg des Kampfes für die Freiheit zu machen, für die wirkliche Freiheit, haben ihre Feinde am Ende nur zwei Antworten: Kugeln oder Gefängnis. Vor kurzem wurden einige anarchistische Gefährten aus Italien von der Repression getroffen. Fünf Gefährten aus Bologna werden nun im Gefängnis festgehalten, 60 Häuser wurden über Italien verteilt durchsucht. Angeklagt mit ’organisiertem Verbrechen’, wurden sie vom italienischen Staat eingesperrt, in der Hoffnung so die Kämpfe gegen die Abschiebelager durch Klandestine die sich durch Angriffe auf die Verantwortlichen der Abschiebemaschinerie ausdrücken; ihre Kämpfe in Solidarität mit den Aufständischen von der anderen Seite des Mittelmeeres, durch die Angriffe auf die italienischen Unternehmen die durch das Regime von Gaddaffi über den Import von Gas und Erdöl und dem Export von Waffen, die dazu dienen die Revolten zu unterdrücken (dieselben Unternehmen sind im übrigen auch Kandidaten für die Konstruktionen von Kernkraftwerken in Italien und die auch von Widerstand begleitet werden); ihre unnachgiebige Wahl für die Revolte im Ziel auf all die Strukturen der Herrschaft.

Wenn wir von ihnen sprechen, dann ist das weil wir uns in ihren Kämpfen wieder erkennen, weil wir sie mit ihnen teilen, auf der anderen Seite der Grenze das Verlangen der Freiheit das sie durch ihren Kampf in Worten und in Handlungen, entzündeten,. Kein Gefängnis kann unseren Kampf für die Freiheit und unsere Solidarität mit den italienischen Gefährten jemals stoppen, sowie mit den eingesperrten Gefährten in anderen Ländern der Welt, es geht darum weiter zu machen, immer weiter zu machen mit der Hoffnung im Herzen und den geballten Fäusten – um die Herrschaft zu unterhöhlen.

Lasst uns das Pulverfass entzünden.

Möge der Wind der Freiheit wehen, möge sich der Sturm des Aufstandes entfachen.

Anarchisten

auch gefunden auf indymedia.at

Original auf französisch von Hors Service – Brüssel

Wir wollen leben.
Dans Brief aus dem Gefängnis rue de la Santé, Paris, 6. Februar 2011

„Der Boden, auf dem Sie stehen, brennt.“ August Spies zu seinen Richtern. Immer schon unterdrücken Menschen andere Menschen. Das sind die
verfluchten Grundlagen, aus denen diese Zivilisation der Gefängnisse
entstanden ist. Herrschaft, sei sie ökonomisch, sexistisch oder
moralisch, bestimmt das Verhältnis zwischen den Menschen, so sehr und
seit so langer Zeit, dass die alleinige Tatsache, andere Formen von
Beziehungen zu suchen und zu leben, sich eine Zukunft ohne Autorität zu
wünschen und nach diesen Zielen zu handeln, zu einer Straftat wird.
Freundschaften werden zu ‚kriminellen Vereinigungen‘, freie
Zusammenschlüsse ohne Hierarchien werden ‚terroristischen
Organisationen‘ samt aller Fantasmen der Herrschenden: Chefs,
Handlanger, Theoretiker usw. Von Frankreich bis Chile über Griechenland,
Italien und viele andere Orte, wo sich Anarchisten und Anti-Autoritäre
organisieren, um die Unterdrückungsverhältnisse zu beenden, organisiert
sich auch die Repression mit ihrem militärisch-juristischen Arsenal.
Diese Situation ist an sich nicht sehr erstaunlich, sie ist vielmehr so
alt wie unsere Ideen und unsere Lust zu leben. Von den Sondergesetzen
gegen Anarchisten im Frankreich des ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur
Straftat der anarchistischen Gesinnung im heutigen Italien, hat der
Anarchismus immer als soziale Abschreckung gedient. Ich thematisiere
hier den Anarchismus, weil ich selbst Anarchist bin, aber diese
Schlussfolgerungen treffen auch auf viele anderen phantasmatischen
Kategorien der Mächtigen zu: die „Banden“, die „Randalierer“, die
„Anarcho-Autonomen“, die „Roma“ und andere „ethnischen Gangs mit
Kaputzenpullis“, von denen in den Medien so gerne gesprochen wird.
Es wird versucht, diesen aus politischen und wahltaktischen Überlegungen
erschafften Kategorien Jahrhunderte alte und weitverbreitete Praktiken
wie soziale Umverteilung, Sabotage, politische Graffiti und andere
Ausdrucksformen zuzuordnen, die in Wahrheit niemandem gehören außer
vielleicht denjenigen, die die Gesellschaft dazu bringt gegen sie aktiv
zu werden.
Man kann also diese Praktiken einigen ‚Radikalen‘ zuschreiben, um alle
anderen vergessen zu lassen, dass es nur in ihren Händen liegt, sich die
Kontrolle über ihre Leben wieder zu nehmen. Hier kommen die
Gewerkschaften, die Politiker, die Wortführer und andere mythische
Figuren ins Spiel, um die Wut der Unterdrückten auszusitzen, um allen
ihre persönliche Auflehnung abzusprechen und sie in Macht und Geld für
einige wenige umzuwandeln.
Wir sind alle im Gefängnis. Wer kann guten Gewissens behaupten, dass
arbeiten oder sich in einem Klassenraum, einer Fabrik oder in einem
Supermarkt einsperren zu lassen, etwas anderes ist als sich selbst zum
Gefangenen zu machen. Wer spürt nicht in seinem Hühnerkafig zwischen
Wohntürmen, die den Horizont versperren, dass sein Leben nur eine Reihe
an verschiedenen Freiheitsberaubungen ist? Wer schafft es noch, dem
Anblick von Stacheldraht, Zäunen, Sicherheitstüren und Schranken zu
entgehen, die immer stärker die Orte bestimmen, an denen wir uns
befinden, wenn wir uns von der Arbeit zur Metro, vom 15m²-Zimmer zu den
Einkaufshallen schleppen?
Diese Gesellschaft ist ein riesiges Gefängnis, in der sich Gefängnisse
befinden, die wiederum weitere Gefängnisse enthalten. Draußen die Angst
vorm Gefängnis, drinnen die Angst vorm Bunker. In diesem grauen, kalten
Leben entzünden sich trotzdem manchmal Flammen der Wut. Kürzlich haben
sie von Tunesien, Algerien und Ägypten aus die Feuer unserer Herzen neu
belebt, die sich nicht von Repression löschen lassen werden.
Wir wollen unsere Solidarität mit allen Aufständigen ausdrücken, die
sich ungeachtet der Drohungen und der Gewehrkugeln gegen die Ordnung
wenden, weil auch wir mit dieser Welt des Geldes und der Macht Schluss
machen wollen, weil auch wir leben wollen. Als winzige Beteiligung an
den Wutschreien, die in den letzten Monaten das Mittelmeer überquert
haben, haben wir einige Parolen an die traurigen Mauern unserer Viertel
geschrieben, gegen die demokratische und die diktatorische Herrschaft
und gegen die Macht des Geldes. Festgenommen wurden wir um drei Uhr morgens im 20. Arrondissement in der
Rue de Tourtille von Zivilbullen, die uns schon einige Zeit beobachtet
hatten. Nach einer kurzen Nacht in der Polizeiwache des 20.
Arrondissments, übernimmt die Anti-Terrorismus-Sektion der
Kriminalitätsbrigarde und bringt uns in ihre Räume am Quai des Orfèvres,
nachdem sie unsere Wohnungen durchsucht haben, um ihre Datensammlungen
zu aktualisieren. Wir erfahren, dass sie uns für eine Reihe von Graffiti
gegen das Rote Kreuz und seine allgegenwärtige und internationale
Beteiligung an der Abschiebemaschinerie und der fortschreitenden
Internierung von Besitzlosen verantwortlich machen. Wir sind außerdem
für die Verweigerung der Entnahme unserer DNA und der Abgabe unserer
Fingerabdrücke angeklagt und für die Nicht-Beachtung der richterlichen
Auflagen, die Olivier und ich schon hatten. Im Februar 2010 waren wir
wegen unserer Beteiligung an Kämpfen gegen die Abschiebemaschinerie
festgenommen worden. Wir waren damals mit einigen anderen Genossen wegen
angeblichen Sabotageakten an Geldautomaten angeklagt. Es ging damals wie
heute darum, einige Einzelpersonen für die Kämpfe und Wünsche zu
bestrafen und zu isolieren, die von so vielen anderen geteilt werden.
Bei unserer Hafteinweisung war der Staatsanwalt sehr klar: „Der der
anarcho-autonomen Bewegung muss ein definitives Ende gesetzt werden und
M. Sayag muss eine Lektion erteilt werden bevor er zu einer noch
gewalttätigeren Form des Protests übergeht.“
Der Staat konzentriert sich heute auf uns, weil wir nie aufgehört haben,
unsere anarchistischen Ideen auf die Straße zu tragen und denjenigen zu
vermitteln, die davon noch nie etwas gehört hatten, und unserer
Solidarität mit den Aufständigen auf der ganzen Welt Ausdruck zu
verleihen. Das alles ist kein Geheimnis. Ich bin weder ‚unschuldig‘ noch
’schuldig‘ in den Dingen, die mir vorgeworfen werden. Ich bin Anarchist
und gehört meine Solidarität allen Handlungen, die darauf abzielen, sich
von Herrschaftsverhältnissen zu befreien ohne sie zu reproduzieren, ob
sie von mir oder von anderen stammen.
An alle, die nicht über diese armseeligen Mauern weinen, die wir zum
Sprechen gebracht haben, an alle, die sich gefesselt fühlen, wenn andere
es sind, sende ich meine revolutionnären Grüße und rufe euch auf, euren
Kampf für die Freiheit, der auch meiner ist, nicht ruhen zu lassen.
An alle, die diesen Verhältnissen dienen: eure Gefängnisstrafen werden
weder meine Tränen trocknen noch unsere Freude unterdrücken, mit der wir
an der Veränderung der Verhältnisse arbeiten.
Meine Solidarität gehört den Aufständigen, die aktiv werden ohne davon
zu träumen, die Diktaturen durch eine demokratische Herrschaft zu
ersetzen. Sie gehört auch allen Gefangenen auf diesem Planeten, die
nicht aufgeben und die sich nicht von anderen abgrenzen, indem sie sich
Kategorien wie die des ‚politischen Gefangenen‘ erfinden. Von Sidi
Bouzid nach Athen, von Bal-el-oued nach Santiago, von Villiers-le-bel in
die Vorstädte von Rio – lasst unsere Revolten unsere Solidarität
stärken, und umgekehrt.
Freiheit.
Am 6.2.2011, Dan.

PS: Ihr könnt mir auf englisch und auf französisch schreiben.

Maison d‘arrêt de la Santé
Daniel SAYAG
N° d‘écrou : 293 350
42,rue de la Santé
75 674 Paris cedex 14
France

Olivier’s Adresse:

Maison d’arrêt de la Santé
Olivier Toussaint
N° d’écrou : 293 348
42, rue de la Santé
75 674 Paris cedex 14
France

 

Text übernommen von http://ch.indymedia.org/de/2011/03/80527.shtml http://noprisonnostate.blogsport.de

In Frankreich wurden am 12. Januar 2011 drei Anarchist_innen von den Bullen festgenommen, unter dem Vorwand Graffiti in Solidarität mit den Aufständen in Algerien und Tunesien gemalt zu haben: „Algerien-Tunesien, Aufstand. Es lebe die Anarchie.“ Eine von ihnen wurde unter Arrest entlassen. Die Gefährten Daniel und Olivier sind weiter in Haft. Sie waren bereits angeklagt in Solidarität mit den Revolten in dem Abschiebeknast Vincennes Sabotageaktionen gemacht zu haben. (siehe ältere Entfesselt Ausgaben) In Frankreich sowie anderen Ländern gab es die letzten Jahre viele Aktionen gegen humanitäre Organisationen wie z.B. das Rote Kreuz, die maßgeblich an der Verwaltung und Organisation von Abschiebeknästen und Lagern beteiligt sind. Aktionen dieser Art werden Dan und Olivier anscheinend vorgeworfen. Unsere Gedanken, unsere Solidarität sind bei den beiden und denen die weiter gegen das Einsperren kämpfen. Hier ein Brief aus dem Knast von Olivier: Wir sind nicht im Knast für Graffiti Wir wurden auf der Straße im Viertel Belleville von der BAC (brigade against criminality) festgenommen. Zwei Streifen fuhren herum und wussten was sie suchen. In einer Tasche fanden die Cops eine Sprühdose und unsere Hände waren ihnen wohl ein bisschen zu dunkel. Die Fahrt zur Wache war nicht lang, aber gerade lang genug für die Bullen ihr gewohntes Repertoire rauszuhohlen. Weniger um uns zum Reden zu bringen als uns einzuschüchtern. Am Nachmittag des 13. Januar holte uns die SAT-Criminal Brigade (Anti-Terrorismus-Abteilung der Criminal Brigade) grinsend ab. Deshalb erscheint es ziemlich klar, dass Graffiti nur ein unwichtiges Detail, ein Aufhänger, sein wird, um uns klein zu kriegen. „Zu blöd, da,s ihr nicht aufgehört habt, wir waren durch mit all dem, aber nun habt ihr alles wieder von vorne gestartet.“ Einige Versuche von Verhören fürs Protokoll. Davor gab es Hausdurchsuchungen um ihr Archiv von Publikationen auf den neusten Stand zu bringen und ein bisschen Unordnung anzurichten. In Büros informieren uns aufgehängte Notizen über Strafanzeigen vom Roten Kreuz. Schon in der Polizeiwache des 20 Bezirks redeten die Cops über ein spezielles Treffen nachdem es einen Anruf von 36 Quai des Orfevres gab über das Zerlegen von mehreren Rote Kreuz Gebäuden in Paris, in der Nacht des 11. und 12 Januar. Andere Graffiti verzierten das Haus der Justiz und des Gesetzes im 10ten Bezirk. Die Anti-Terror-Abteilung zeigt ihre Zähne wegen Graffiti? Hier stimmt irgendwas nicht. In der Nacht unserer Festnahme wurden Graffiti in Solidarität mit den tunesischen Revolten der letzten Wochen, sowie den algerischen, gegen den Staat, egal ob demokratisch oder unter Diktatur, gesprüht. Also befragten sie uns zu diesen, sowie zu denen der Vornacht und behaupteten, dass es ja der selbe Hintergrund sei. (Es stimmt, dass nur wenige dem Staat ihre Feindschaft zeigen…) Und Ausdrücke wie „Tod dem Staat“ wurden in beiden Fällen gefunden. Neben diesen spezifischen Fakten beschuldigen sie uns der Fortsetzung unserer Aktivitäten, unserer Beteiligung im Kampf und somit den Beziehungen basierend auf Komplizenschaft und Freundschaft gefestigt während dieser Kämpfe. In diesem Kontext, Knast als Bestrafung für den Verstoß gegen juristische Kontrolle, die zwei von uns verbot sich zu sehen und zu kommunizieren, war ganz klar, dass diese hinter dem demokratischen Vorhang und der sozialen Kontrolle darauf abzielt alle Formen des Kampfes und der Organisation zu zerstören. Kriminelle Vereinigung, selbst wenn das in unserem Fall nicht so benannt wird, bleibt die Idee derer die sich auf jedes Vorkommnis stürzen, sei es so „trivial“ wie Graffiti, Rauchbomben, Poster um es in das Muster „anarcho-autonom“ zu passen. Ein sehr praktisches Konstrukt um einige mit Zwang zu separieren, andere zu terrorisieren, eventuell die „Anführer_innen“ von den „Unterstützer_innen“ zu unterscheiden, die „Theoretiker_innen“ und „Plakatierer_innen“, die „Vorbereiter_innen“ und „Ausführer_innen“ auszumachen, also in Kürze dem hierarchischen und autoritären Modell dieser Gesellschaft entsprechend, die wir bekämpfen und die uns täglich so anwidert. Diese Art von Druck tauchte auf als einige Kämpfe gegen Abschiebezentren und alle Formen des Eingesperrtseins stattfanden, um anscheinend in einem Akt von Vorbeugung jeden Versuch von Konflikt gegen das was uns unterdrückt im Keim zu ersticken. Die regelmäßigen Strafanzeigen des Roten Kreuzes passen gut zu dieser Offensive der Bullen, nie eine Möglichkeit verpassen mit ihnen zu kollaborieren. Hand in Hand für das Management der Gefängnisse, Hand in Hand bei der Kleinhaltung der antiautoritären Kämpfe. Ein bisschen Farbe für diese Humanitären mit roten Händen, ist kein hoher Preis zu zahlen… Neben den verschiedenen Praktiken und Bedeutungen, die im Kampf genutzt werden (wie neben Feuer, gezielter Zerstörung, einfache Beschädigung, kollektive Besetzungen…) ist es der Kampf selbst und was er bedeutet bezüglich unserer Vorstellungen und Perspektiven (eine Welt ohne Ausbeutung, ohne Geld, ohne Knäste, ohne Staat) was die Machthabenden ersticken wollen. Dies ist nichts anderes als die Konsequenz eines Staates, oder der „Notstandsgesetze“. Freiheit und Demokratie haben nichts miteinander zu tun. Man muss schon ein ziemlicher Lügner sein, um das Gegenteil zu behaupten. Was sie anpisst ist, dass unsere Wut, unsere Revolte und unsere Kämpfe nichts fordern, nichts Anbieten, nichts Verwehren und nach nichts betteln. Wir sind glücklich all dies den Professionellen und den Opportunisten der Politik zu überlassen. Genau wie unsere Freundschaft unsere Affinität nicht verhandelbar ist. Die Freiheit, die wir wollen ist bedingungslos. Ein Slogan der Revolte in Kabylia sagt: „Ihr könnt uns nicht töten, wir sind schon tot.“ Der Staat mag uns also im Knast unterdrücken, aber die existierenden sozialen Verhältnisse sperren uns schon ein. Eine Sache sollten wir nie vergessen: Wir haben nur ein Leben. Zusammengefasst: Sie sagen uns: „Keine Freiheit für die Feinde der Macht.“ Wir sagen: „Kein Frieden für die Feinde der Freiheit.“

Olivier

26 Jänner 2011 – TUNIS –Ungefähr 11 000 Gefangene flohen von den Tunesischen Gefängnissen, seit Ben Ali aus dem Land vertrieben wurde. Das wurde vom Justizminister bekanntgegeben.

Chebbi sagte weiters, dass 2 460 Gefangene freigelassen wurde, seit dem Fall von Ben Ali. Es wurde nicht bekannt gegeben, wie viele von ihnen wegen politischer Verbrechen im Gefängnis sassen.Reuters

Während in Frankreich drei Anarchisten von den Bullen festgehalten werden, weil sie in Solidarität mit den Aufständen in Algerien und Tunesien Graffities malten: „Algerien-Tunesien, Aufstand. Es lebe die Anarchie.“ Bericht auf Englisch hier

Zu diesem Angriff der französischen Bullen gab es eine schriftliche Reaktion und ein Kommunique (hier – englische Übersetzung) (hier – französisches Original als PDF)

Foto aus Suez

„Horreyya, Horreyya, Horreyya!“ „Freiheit, Freiheit, Freiheit!“

Ägypten befindet sich im Aufruhr. Proteste und Strassenschlachten in Kairo, Ismailiya, Alexandria. Es ist die Rede von vielen Durchbrüchen der Leute gegen die Polizeilinien, sowie von Tränengas, Gummischrot und so etwas wie Metallkügelchen, die gegen die Demonstranten eingesetzt werden. Es gibt flüchtende Bullen hier.

Die meisten Berichterstattungen scheinen sich auf Twittermeldungen zu stützen:

Augenzeugen berichten aus Alexandria, wo die Menschen rufen, „Revolution, Revolution, wie ein Vulkan, gegen Mubarak den Hosenscheisser.“

„Nichts zu fürchten“

Am Tahir Platz in Kairo, griffen Demonstranten einen Wasserwerfer der Polzei an.Sie öffneten die Tür des Fahrers und befahlen ihm aus dem Wagen zu steigen.

„Die Menschen verhalten sich, als ob sie darauf vorbereitet wären zu sterben,“

„Die Atmosphäre ist sehr gespannt, es fühlt sich wie Revolution an. Ich sehe Leute die determiniert sind, Menschen die nichts zu velieren haben, Menschen die eine bessere Zukunft wollen.“

Berichten zufolge sammelten sich Menschen vor dem Höchstgericht mit grossen Schildern auf denen stand „Tunesien ist die Lösung“

Es gibt verschiedenste Meldungen von Ausserkraftsetzungen von Internet und Telefonkommunikation. GSM, Twitter, Facebook.

Videos und Bericht aus Suez – Kriegsgebiet 25.01.2011– auf Englisch

Bullen verwenden teilweise scharfe Munition. 90 Verletzte. Demonstranten werfen Steine und Molotovcocktails. Polizeistation in Arbin angezündet. NDP Hauptquartier steht in Flammen. Kopf des Suez Sicherheits Direktorats physisch angegriffen sowie 3 Polizeigeneräle. Demonstranten kreisen Leichenschauhaus ein. Polizei attackiert Häuser und Geschäfte mit Tränengas. (25.01, 26.01)

Wasserkanone

Durchbruch durch die Bullenkette

Dear Kitty Blog scheint gute Updates zu haben